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Pro Asyl-Gründer Jürgen Micksch wird 75

Der evangelische Theologe und Soziologe Jürgen Micksch feiert am Mittwoch in Darmstadt seinen 75. Geburtstag. Der in Breslau geborene und in Niederbayern aufgewachsene Micksch bekleidete mehrere Leitungsämter in der evangelischen Kirche und war Initiator und Gründer von zahlreichen sozialen und interkulturellen Organisationen, darunter die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl und die Interreligiöse Konferenz. Bis zum Alter von 19 wirkte er als Kinder- und Jugenddarsteller in Theaterstücken, Hörspielen und Filmen mit.

Micksch studierte in München, Heidelberg, Tübingen und Berlin Philosophie und Theologie, später Soziologie in Erlangen, Nürnberg und Münster. 1968 absolvierte er das Zweite Theologische Examen, 1971 promovierte er in Soziologie über "Jugend und Freizeit in der DDR". 1980 prägte er den Begriff "multikulturelle Gesellschaft", sechs Jahre später gründete er Pro Asyl und führte den Vorsitz bis 2012.

Seit 1994 steht Micksch an der Spitze des Interkulturellen Rates in Deutschland, wo er die Internationalen Wochen gegen Rassismus initiierte und das Abrahamische Forum und das Deutsche Islamforum gründete. 2014 wurde er geschäftsführender Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Micksch war unter anderem Ausländerreferent bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (1974-1984), stellvertretender Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing (1984-1993) und Interkultureller Beauftragter der hessen-nassauischen Kirche (1993-2001). Er ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Aufsätze und Bücher. Im Jahr 2000 erhielt er den Innovationspreis der EU für das Projekt "Rassismus auf dem Lande" und 2012 das Bundesverdienstkreuz. Im vergangenen Jahr wurde er für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Flüchtlinge mit dem Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden geehrt.