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Papst setzt in Mexiko religiöse und politische Zeichen

Mit einer Begrüßungszeremonie im Regierungspalast beginnt am Samstag das Programm der Mexiko-Reise von Papst Franziskus. Bei dem fünftägigen Besuch will das Kirchenoberhaupt neben religiösen auch politische Schwerpunkte setzen. Geplant sind Treffen mit Politikern, Bischöfen, Häftlingen und indigenen Gläubigen. Franziskus wurde am Freitagabend direkt aus Kuba erwartet, wo er zu einem historischen Treffen mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill zusammenkommen wollte.

Am ersten Besuchstag will der Papst unter anderem die Muttergottes-Statue von Guadalupe krönen. Er werde "Maria anflehen, ihren barmherzigen Blick niemals von uns abzuwenden", schrieb er am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Zum Abschluss der Reise ist am Mittwoch eine Messe in Ciudad Juárez in Nordmexiko in der Nähe der vergitterten Grenze zu den USA geplant. Der Gottesdienst stößt auf Kritik des republikanischen Präsidentschaftsanwärters Donald Trump. In einem Interview mit "Fox Business News" warf er dem Papst am Donnerstag vor, eine "sehr politische Person" zu sein, die die "Gefahr der offenen Grenze, die wir mit Mexiko haben", nicht verstehe.

Die mexikanische Regierung habe den Papst zu dieser Ortswahl veranlasst, sagte Trump. Sie wolle, dass die Grenze offen bleibe, "weil sie dabei ein Vermögen verdient und wir verlieren". Er werde eine Grenzmauer bauen, für die Mexiko zahlen müsse. Die Einwanderung ist Schwerpunkt von Trumps Wahlkampf.

Von der Reise in das vom Drogenkrieg erschütterte Mexiko erhoffen sich viele Gläubige deutliche Worte von Papst Franziskus an die politisch Verantwortlichen. In einer Videobotschaft hatte er im Vorfeld die ausufernde Korruption und Gewalt in Mexiko angeprangert. Am Mittwoch will der Papst mit Häftlingen im Gefängnis von Cereso sprechen, das als eines der gefährlichsten in Lateinamerika gilt.

Für Aufmerksamkeit innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche sorgt auch der Besuch im von Armut und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung geprägten südlichen Bundesstaat Chiapas am Montag. Franziskus will nicht nur eine Messe mit Ureinwohnern feiern. Er lenkt den Blick auch auf die jahrzehntelange innerkatholische Diskussion darüber, ob in Chiapas überwiegend verheiratete Diakone anstelle von zölibatär lebenden Pfarrern geweiht werden sollen.

Schon jetzt steht fest, dass es nicht die letze Reise des Argentiniers auf seinen Heimatkontinent werden wird. Am Donnerstag (Ortszeit) teilte Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos per Twitter mit, der Papst habe einen für 2017 erwarteten Besuch in Kolumbien für die erste Jahreshälfte offiziell bestätigt.