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Papst besorgt über Gewalt gegen Christen in Afrika

Papst Franziskus hat sich erneut besorgt über Gewalt gegen Christen in Afrika geäußert. Bei der Generalaudienz verurteilte er am Mittwoch auf dem römischen Petersplatz den Angriff auf eine Kirche in Nigeria. "Ich bin tief getroffen vom Blutvergießen im Innern einer Kirche in Nigeria, bei dem unschuldige Menschen ermordet worden sind." In einer katholischen Kirche von Ozubulu im Süden des Landes hatte am Sonntag ein Bewaffneter während einer Messe das Feuer auf die Gläubigen eröffnet und mindestens elf Menschen getötet. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Fehde zwischen unterschiedlichen Clans handelte.

Einen Tag nach der Warnung des UN-Nothilfekoordinators Stephen O'Brien vor einem drohenden Völkermord in der Zentralafrikanischen Republik beklagte Franziskus überdies die Lage der dortigen Christen. "Ich bete darum, dass jede Form des Hasses und der Gewalt aufhören und dass nicht mehr so schändliche Verbrechen an Kultorten begangen werden, wo sich die Gläubigen zum Gebet versammeln", sagte er unter Anspielung auf eine Kirche, in der 2.000 Binnenflüchtlinge seit Monaten Zuflucht vor Milizen suchen.

Franziskus hatte die Zentralafrikanische Republik im November 2015 trotz bürgerkriegsartiger Zustände besucht. Das Land war nach dem Sturz von Präsident Francois Bozizé im März 2013 in Gewalt versunken. Ein blutiger Konflikt zwischen verschiedenen Milizen, darunter muslimische und christliche, brach aus, denen jeweils gravierende Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen werden. Ein Waffenstillstand, der vor über einem Jahr den Bürgerkrieg beenden sollte, hält nicht. Das Land wird seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 immer wieder von Gewalt, Putschen und Bürgerkriegen erschüttert.