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Offizieller Baustart für Garnisonkirchturm Ende Oktober

Der Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche soll Ende Oktober mit einem Gottesdienst offiziell starten. Die Baustelle werde derzeit eingerichtet, der Bauzaun sei bereits gestellt, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Donnerstag in Potsdam mit. Mit den Arbeiten für das Fundament des Turms am historischen Standort der 1945 zerstörten und 1968 in der DDR abgerissenen Barockkirche werde in wenigen Tagen begonnen.

Der rund 40 Millionen Euro teure Turmbau soll zunächst mit der Errichtung einer rund 26 Millionen Euro teuren Grundvariante ohne Schmuckelemente und Turmaufsatz beginnen. Dafür stellt die evangelische Kirche fünf Millionen Euro Kredite zur Verfügung, weitere zwölf Millionen Euro will der Bund bereitstellen. Die restlichen Mittel kommen aus Spenden.

Das Prüfverfahren zur Auszahlung der Bundesmittel läuft noch. Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte jedoch bereits vor einigen Monaten einen vorgezogenen Baustart auf eigenes Risiko der Stiftung genehmigt.

Das Bauprojekt ist in Potsdam und innerhalb der evangelischen Kirche weiter umstritten. Kritiker sehen die Kirche vor allem als Symbol des preußischen Militarismus und des NS-Regimes und lehnen den Wiederaufbau deshalb ab. Befürworter argumentieren insbesondere mit der Bedeutung des Barockbaus für das Potsdamer Stadtbild und einer Wiedergutmachung für den Abriss in der DDR.

In der 1735 fertiggestellten Garnisonkirche wurde 1817 die preußische Kirchenunion von Lutheranern und Reformierten und die Einführung des gemeinsamen Abendmahls gefeiert. 1933 wurde die Kirche am "Tag von Potsdam" von den Nazis zur Inszenierung der Eröffnung des neu gewählten Reichstags genutzt, bei der Hitler in der Kirche eine Rede hielt.