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Misereor kritisiert große Macht von Agrarkonzernen

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor warnt vor den negativen Folgen der wachsenden Macht großer Agrarkonzerne. "Das Modell des Agrobusiness ist weder nachhaltig, noch leistet es einen zukunftsfähigen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt", erklärte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Mittwoch in Aachen mit Blick auf den Welternährungstag am 16. Oktober. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sei die Zahl chronisch unterernährter Menschen seit zehn Jahren erstmals wieder auf 815 Millionen Menschen gestiegen.

Die Folgen einer ressourcenintensiven industrialisierten Landwirtschaft zeigten sich beispielsweise in Südamerika, hieß es. Dort würden auf rund 57 Millionen Hektar Soja für den Export nach China und in die Europäische Union (EU) angebaut. "Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte sich Paraguay selbst ernähren", erläuterte Pirmin. "Heute importiert das Land Nahrungsmittel im großen Maßstab." Der massive Einsatz von Pestiziden verseuche Wasser und Nahrung und gefährde die Gesundheit der Landarbeiter. Weitere Probleme seien Entwaldung, Landraub und die Zunahme von gewalttätigen Landkonflikten zwischen Kleinbauern und Großgrundbesitzern.

Der Misereor-Chef appellierte an die EU und die künftige Bundesregierung, mit ihrer Politik statt großer Agrarkonzerne besser Bauernfamilien zu stärken. "Gerade Kleinbauern nutzen nachhaltige, lokal angepasste und die Pflanzenvielfalt erhaltende Methoden, mit denen sie ihre Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen können." Nur so könne der Hunger in der Welt nachhaltig bekämpft werden.