Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Ministerpräsident Weil: Liberale Gesellschaft braucht starken Staat

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat mit Blick auf die Integration von Flüchtlingen zur Beachtung und Akzeptanz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung in Deutschland aufgerufen. Gerade eine liberale und weltoffene Gesellschaft brauche einen starken Staat, sagte er am Mittwoch beim 66. Epiphanias-Empfang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers im Kloster Loccum bei Nienburg. "An dieser Stelle gibt es kein Vertun." Die Übergriffe auf Frauen aus der Silvesternacht in Köln oder Hamburg "geben leider Veranlassung, darauf hinzuweisen", betonte der Ministerpräsident.

Weil rief in seiner Rede vor rund 140 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, sich nicht von den hohen Flüchtlingszahlen in den Statistiken oder den großen Gruppen von Asylsuchenden in den Fernsehbildern beeindrucken oder ängstigen zu lassen. Es gehe stattdessen "immer um einzelne Menschen, die in Not sind und denen wir helfen wollen, so gut wir eben können." Das Grundgesetz sei der Würde jedes einzelnen Menschen verpflichtet. "In dieser Sichtweise fühlen wir uns der christlichen Botschaft gerade unter den aktuellen Bedingungen tief verbunden."

Angesichts der Zahl der Schutzsuchenden gebe es keine Alternative zu einem gemeinsamen europäischen Vorgehen, betonte der Politiker: "Eine wirksame Bekämpfung der Fluchtursachen, eine Sicherung der EU-Außengrenzen in Verbindung mit dem Aufbau von Unterkünften entlang der Flüchtlingsrouten, die großzügige Aufnahme von Menschen in Not über Kontingente - das ist in ganz groben Umrissen der Weg, der im Jahr 2016 notwendig ist."