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Marx sieht noch keine volle Religionsfreiheit in Vietnam

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sieht noch keine volle Religionsfreiheit in Vietnam. Der heutige Zustand sei aber auch weit entfernt von der Repression, die die Kirche in früheren Jahrzehnten erleiden musste, erklärte Marx am Sonntag nach der Rückkehr von einer neuntägigen Vietnam-Reise. Er hatte dort Gespräche mit Kirchenvertretern und staatlichen Repräsentanten, aber auch mit Dissidenten und Intellektuellen geführt.

Mit dem Besuch wollte Marx die Verbundenheit mit den Katholiken in Vietnam zum Ausdruck bringen. Die katholische Kirche genieße in dem sozialistischen Staat nach Jahrzehnten der Unterdrückung wieder ein gewisses Maß an Freiheit, um ihren pastoralen Aufgaben nachzukommen, teilte die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mit. In dem südostasiatischen Land leben rund sechs Millionen Katholiken.

Seine kirchlichen Gesprächspartner hätten deutlich gemacht, dass für die Kirche in Vietnam vieles möglich ist, erklärte Marx. Sie sei aber abhängig von politischen Konjunkturen der Zentralregierung und dem Wohlwollen der lokalen Behörden.

"Das ist nicht die rechtlich gesicherte Religionsfreiheit, wie wir sie uns wünschen und wie sie in den internationalen Menschenrechtsvereinbarungen festgehalten ist, aber der heutige Zustand ist auch weit entfernt von der Repression, die die Kirche in früheren Jahrzehnten erleiden musste", betonte der Münchner Erzbischof.

Der Kardinal zeigte sich überzeugt, dass aus der unterdrückten eine starke Kirche hervorgegangen ist. "Nicht nur bei Bischöfen und Priestern, sondern bei vielen einfachen Gläubigen habe ich eine große innere Stärke und Angstfreiheit gespürt. Dies ist ein Fundament für die gute Zukunft dieser Kirche", unterstrich Marx.