Die "Occupy"-Aktivsten in London rechnen mit einer baldigen Räumung ihres Camps vor der St. Paul’s Cathedral. Am Montag sei eine Entscheidung der Behörden über die Zukunft des Lagers zu erwarten, sagte die deutsche Bankenkritikerin Kai Wargalla, die seit drei Monaten vor der Kirche zeltet, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das oberste britische Gericht hatte bereits Mitte Januar auf Antrag kommunaler Stellen die Auflösung des Camps erlaubt. Aktivisten campen seit etwa drei Monaten in rund 100 Zelten vor der Kathedrale im Herzen Londons.
Die Kirchengemeinde selbst hatte nach heftigen Debatten und nicht zuletzt dem Rücktritt ihres Domherren Giles Fraser davon abgesehen, gerichtlich gegen die Aktivisten vorzugehen. Fraser hatte sein Amt aufgegeben, weil er befürchtete, es könnte
im Namen der Kirche zu einer gewaltsamen Räumung des Platzes kommen. Den Gerichtsentscheid zur Räumung bezeichnete Fraser als enttäuschend: "In einer Welt, in der es so eine große Lücke zwischen Arm und Reich gibt, muss die Stimme des Protestes ständig hörbar sein."
