Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die CSU aufgefordert, sich für umwelt- und sozialpolitische Themen stark zu machen. Die große Herausforderung sei es, möglichst schnell von Atomkraft und Energieerzeugung mit hohem CO2-Ausstoß unabhängig zu werden, sagte Bedford-Strohm am Dienstagabend in Wildbad Kreuth. Dort hatte er bei der Winterklausur vor CSU-Landtagsabgeordneten gesprochen. Er sei fest davon überzeugt, dass ein solches "ökologisches Wirtschaftswunder" auch erreicht werde.
Die Energiewende sei nicht nur eine Sache des Kopfes, sondern vor allem des Herzens. Glücklicherweise bestehe in Deutschland Konsens darüber, dass die Atomkraft an ihr Ende gekommen sei. "Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir in Deutschland der Welt zeigen können, dass es möglich ist, eine Wirtschaft auf regenerative Energiequellen zu gründen und trotzdem ein erfülltes Leben zu führen", sagte Bedford-Strohm.
In der vergangenen Woche hatte der bayerische Landesbischof, der Ende Oktober in sein Amt eingeführt worden war, einen Antrittsbesuch bei der SPD-Landtagsfraktion im Kloster Irsee gemacht. Bedford-Strohm lässt seine Mitgliedschaft in der SPD ruhen. In Wildbad Kreuth betonte der Landesbischof: "Politisches Einbinden der Kirche kann nie parteipolitische Instrumentalisierung bedeuten. Es geht immer um Sachthemen, die sich aus den ethischen Grundorientierungen ergeben."
