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Landesbischof bedauert geringes Interesse am Gottesdienst

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich, dass der sonntägliche Gottesdienst wieder mehr an Bedeutung gewinnt. "Für viele Mitglieder unserer Kirche ist der Gottesdienst kaum noch Thema. Sie gehen schlicht nicht hin - oder fast nie", bedauert Bedford-Strohm in einem Beitrag für die evangelische Wochenzeitung "Sonntagsblatt für Bayern". Nur drei bis fünf Prozent der evangelischen Christen besuchten regelmäßig den Gottesdienst.

Mit dem Appell ans christliche Gewissen flöße man dem Gottesdienst kein Leben ein, schreibt der Landesbischof. Junge Menschen hätten ihm wiederholt per Facebook mitgeteilt, dass Gottesdienste "authentisch" sein müssen. "Man muss spüren, dass die Person, die spricht, wirklich dahintersteht. Dann bleibt etwas hängen", erläutert Bedford-Strohm die Wünsche der Jugendlichen. Außerdem müsse der Gottesdienst nah am Leben sein, Emotionen müssten zum Ausdruck kommen.

Er selbst gehe in einen Gottesdienst, um sich vom Prediger etwas sagen zu lassen - "und zwar unabhängig davon, wie gut ich die Pfarrerin oder den Pfarrer finde", schreibt Bedford-Strohm. Mit dieser Einstellung sei er nie mit leeren Händen aus einem Gottesdienst herausgekommen. "Es lohnt sich, dem Gottesdienst über längere Zeit eine Chance zu geben, also auch zu bleiben, wenn nicht sofort der Kick kommt."