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Lammert hofft auf Überwindung der Kirchenspaltung

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat an Papst Benedikt XVI. appelliert, Schritte zur Überwindung der Kirchenspaltung zu machen. Viele Menschen in Deutschland empfänden ihre Fortdauer als "Ärgernis", sagte Lammert am Donnerstag im Bundestag vor der Rede des Papstes zu den Parlamentariern.

Sie hätten "ehrlich begründete Zweifel", ob die Unterschiede zwischen den Konfessionen "die Aufrechterhaltung der Trennung zwischen den Kirchen rechtfertigen". Viele wünschten sich, dass im Pontifikat eines deutschen Papstes "nicht nur ein weiteres Bekenntnis zur Ökumene, sondern ein unübersehbarer Schritt zur Überwindung der Kirchenspaltung stattfände", sagte Lammert weiter.

Die Bundestagsrede des Papstes hatte im Vorfeld für Streit gesorgt, mehrer Abgeordnete von Linkspartei, Grünen und SPD hatten einen Boykott angekündigt. Sie sehen in dem Auftritt eine Verletzung des religiösen Neutralitätsgebots des Staates. Als der Papst den Plenarsaal betrat, waren in der Linksfraktion in den hinteren Sitzreihen zahlreiche Plätze nicht besetzt. Die versammelten Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen und applaudiertem dem 84-jährigen Kirchenoberhaupt.

Der Bundestagspräsident würdigte, dass der Papst bei seinem Deutschlandbesuch Vertreter der evangelischen Kirche, des Islams und des Judentums trifft. Die Begegnung mit Repräsentanten der evangelischen Kirche im Augustinerkloster am Freitag in Erfurt begründe die Hoffnung, "dass der 500. Jahrestag der Reformation 2017 ein gemeinsames Zeugnis des Glauben werden könnte".

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