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Kritik an Predigt von Verteidigungsministerin beim Kirchentag

Die geplante Predigt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Friedensgottesdienst auf dem Kirchentag in Berlin stößt bei evangelischen Friedensaktivisten auf scharfe Kritik. Eine gemeinsame Predigt der Ministerin mit dem evangelischen Militärbischof Sigurd Rink sei eine "nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt, Auftrag und Mandat", erklärte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) am Donnerstag in Bonn. Die Veranstaltung der Militärseelsorge gebe alten Klischees vom Schulterschluss zwischen "Thron und Altar" neue Nahrung, warnte der EAK-Vorsitzende Christoph Münchow in einem Schreiben an den Militärbischof.

Der Friedensgottesdienst der Militärseelsorge ist für Freitag nächster Woche geplant. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg statt.

Keine Bedenken hätte der Dachverband der evangelischen Friedensarbeit, wenn die Bundesverteidigungsministerin beim evangelischen Kirchentag an Podiumsdiskussionen teilnehme oder eine Bibelarbeit übernehme. Das gelte aber nicht bei der Übernahme des Predigtdienstes, hieß es. "Eine Predigt unterliegt engeren Kriterien", schreibt Münchow. Der Auftritt von der Leyens in dem Bittgottesdienst der Militärseelsorge sei zudem ein Ärgernis für Menschen, die sich in der evangelischen Kirche für die Friedensarbeit engagieren.