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Klimawandel: Bischof von Tuvalu spricht von "Hoffnungslosigkeit"

Der Bischof des vom Klimawandel bedrohten Tuvalu, Tafue M. Lusama, hat mit einem eindringlichen, nahezu resignierten Appell die Weltgemeinschaft zu mehr Einsatz bei der Begrenzung des Temperaturanstiegs auf der Erde aufgefordert. Im Pazifik drohten die Konsequenzen des Klimawandels ganze Inseln auszulöschen, sagte Lusama am Dienstag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn. Der Staatengemeinschaft warf er "fehlende Fairness" vor. Aus ihrer Reaktion könne er keine Sicherheit schöpfen, "sondern nur Hoffnungslosigkeit", sagte der Bischof der Tuvalu Christian Church.

Lusama beklagte "Klimaskepsis und die Leugnung des Klimawandels" insbesondere bei den reichen Industriestaaten, die mit ihrem CO2-Ausstoß wesentlich zum Temperaturanstieg beitragen. "Zur Befriedigung ihres nimmersatten Lebensstils haben die industrialisierten Länder giftige Abgase in die Atmosphäre gepumpt und die ganze Welt in eine Notlage gebracht, bei der es mittlerweile um unser aller Überleben geht", sagte er. Insbesondere die pazifische Region sei betroffen. Dort stünden keine Fabriken, auch nicht in seinem Land, dessen Bewohner "sich einen neuen Ort auf der Welt suchen müssen, weil Tuvalu schon bald im Meer versinken wird".

Die Synode der EKD tagt parallel zur UN-Klimakonferenz in Bonn. Umweltschutz und eine Reduzierung des eigenen Energieverbrauchs sind für die evangelische Kirche und deren Einrichtungen traditionell ein Anliegen. Mit einem Synodenbeschluss im Jahr 2008 wurden alle Landeskirchen und Werke aufgefordert, ihr eigenes Engagement zur Einsparung von CO2 zu erhöhen. Am Dienstag beriet die Synode den Klimabericht der EKD. Der Umweltbeauftragte Hans Diefenbacher zog eine positive Bilanz. In 13 der 20 Landeskirchen gebe es Umweltschutzkonzepte, eine weitere erarbeite gerade eines.