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Kläger fordern Teil der Klostermillionen von Neresheim

Die Klostermillionen von Neresheim (Ostalbkreis) beschäftigen seit Montag das Stuttgarter Oberlandesgericht. Drei Kläger fordern insgesamt gut eine Million von den im Jahr 2013 überraschend aufgetauchten Konten der Benediktiner-Abtei. Vor dem Landgericht Ellwangen hatten die Kläger verloren.

Die Klostermillionen von Neresheim und eine Stiftung "Weinberg" hatten Ende 2013 für Schlagzeilen gesorgt. Nach dem Tod des früheren Abtes fanden sich in seinem Schreibtisch Unterlagen über zwei Konten, eines in Krefeld und eines in Aalen. Auf diesen lagen zusammen rund vier Millionen Euro, die in keinem Buch der Abtei verzeichnet waren.

Zu den Konten hatte ein Krefelder Anwalt uneingeschränkten Zugang. Ob Steuerhinterziehung im Spiel war und ob der inzwischen verstorbene Abt eingeweiht war ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Krefeld.

Nachdem der neue Abt die Vollmacht des Anwalts für die Konten gelöscht hatte, erhob dieser als Treuhänder Anspruch auf das Geld und klagte. Zwei seiner Fälle werden jetzt vor dem Oberlandesgericht verhandelt. Zum einen verlangt er, dass Wertpapiere für 300.000 Euro auf sein Bankkonto transferiert werden: Diese habe er als Treuhänder der Stiftung "Weinberg" auf das Konto eingeliefert. Das sahen die Ellwanger Richter in der ersten Instanz jedoch nicht hinreichend belegt.

Im zweiten Fall verlangt er vermeintliches Leihkapital und Versicherungskapital in Höhe von zusammen gut 352.000 Euro zurück. Außerdem klagen zwei Frauen, die mehr als 26.100 Anteilsscheine an Investmentfonds und rund 400.000 Euro fordern. Wann in Stuttgart ein Urteil zu erwarten ist, steht noch nicht fest.