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Kirchliche Kliniken in Westafrika wollen Vertrauen zurückgewinnen

Die Missionsärztin Gisela Schneider fordert in den von Ebola betroffenen Ländern in Westafrika verstärkte Investitionen in kirchliche Krankenhäuser. Viele der Kliniken hätten beim Ausbruch der Epidemie zu wenig qualifiziertes Personal gehabt, sagte die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) dem Frankfurter Magazin "welt-sichten" (Februarausgabe). Ausrüstung und Infrastruktur seien mangelhaft gewesen. "Wir müssen selbstkritisch festhalten, dass viele der kirchlichen Krankenhäuser in Sierra Leone und Liberia vernachlässigt waren."

Insgesamt schätze die Bevölkerung aber weiterhin die kirchlichen Einrichtungen, sagte Schneider. Kliniken, die während der Ebola-Epidemie geschlossen waren, hätten allerdings nun einen schweren Stand. "Die Menschen in der Umgebung sagen, als wir euch am meisten gebraucht haben, wart ihr nicht da", erklärte Schneider. "Hier muss das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewonnen werden."

Als ersten Schritt in die richtige Richtung bezeichnete sie, dass mittlerweile jedes kirchliche Krankenhaus einen Hygienebeauftragten hat. Jeder Verdachtsfall werde sofort getestet und die betreffenden Patienten strikt isoliert. Für traumatisierte Ebola-Überlebende biete die katholische Loretto-Klinik in der zentral gelegenen Stadt Makeni in Sierra Leone eine spezielle Behandlung durch Krankenschwestern an, die sich auf die Begleitung psychischer Störungen spezialisiert haben. In Liberia sollen Teilnehmende des nach dem Bürgerkrieg aufgelegten Friedens- und Versöhnungsprogramms für solche Aufgaben weitergebildet werden.