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Kirchenrat sieht Südafrika auf dem Weg in einen "Mafia-Staat"

Südafrika ist nach Einschätzung wichtiger Kirchenvertreter wegen der grassierenden Korruption kurz davor, ein "Mafia-Staat" zu werden. Der Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrats, Bischof Malusi Mpumlwana, sagte am Freitag dem Sender SABC zufolge, es gebe Versuche, Chaos im Land zu stiften, um Staatseigentum an sich zu reißen.

Die Regierung von Präsident Jacob Zuma steht seit Jahren wegen Vetternwirtschaft und Korruption in der Kritik. Der Kirchenrat veröffentlichte am Freitag einen Bericht, in dem Südafrikaner von ihren Erfahrungen mit Korruption berichten. Mpumlwana warnte, Südafrika könnte sich von einer Demokratie in einen gescheiterten Staat verwandeln. Dann gebe es womöglich kein Zurück mehr.

Präsident Zuma hat sich nach Angaben der Anti-Korruptionsbehörde unter anderem bei der Vergabe von Minen-Lizenzen und der Ernennung von Ministern von Geschäftsleuten beeinflussen lassen. Ende April hatte Zuma Kritiker aus seinem Kabinett entfernt, darunter auch den bei der Bevölkerung beliebte Finanzminister Pravin Gordhan, der für seinen Kampf gegen Korruption bekannt war.

Der Kirchenrat (SACC) ist ein Zusammenschluss von 36 Kirchen und christlichen Organisationen verschiedener Konfessionen. In den 1970er und 1980er Jahren unterstützte er den Widerstand gegen die Apartheid.