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Kirchengipfel: Patriarchat würdigt "freudiges Ereignis für alle Christen"

In Russland wird das historische Treffen von Papst Franziskus und dem Moskauer Patriarchen Kyrill als hoffnungsvolles Zeichen der Annäherung gesehen. Erzpriester Stefan von der Abteilung für Außenkontakte des Patriarchats sprach im staatlichen russischen Nachrichtenkanal "Rossija 24" von einem "historischen und freudigen Ereignis für alle Christen auf der Erde".

Beide Kirchenführer spürten eine tiefe Verantwortung für das Schicksal der Christenheit und "für alles, was auf dem Planeten vor sich geht", sagte der Erzpriester und hob den Appell von Franziskus und Kyrill hervor, die derzeitigen Kriege zu beenden.

Erstmals seit der Kirchenspaltung vor fast 1.000 Jahren waren am Freitag die Oberhäupter der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche zusammengetroffen. Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch Kyrill sprachen mehr als zwei Stunden am Flughafen von Havanna miteinander.

Der nationalistische Parlamentarier Jaroslaw Nilow, der in der Duma den Ausschuss für kirchliche Organisationen leitet, erklärte, das Treffen werde zwar keine sofortigen Folgen haben. Die Begegnung werde aber langfristig zu einer "Transformation der geistigen Werte" führen. Beide Kirchenführer hätten ihren Willen zum Erhalt familiärer Werte, zum Kampf gegen Abtreibungen und zum Erhalt des Weltfriedens zum Ausdruck gebracht, sagte Nilow der Agentur Interfax.

Auch die Katholiken in Russland würdigten das historische Treffen. Der Moskauer Erzbischof Paolo Pezzi schränkte allerdings ein, dass von "romantischen Bemühungen, das Ideal der reinen ersten christlichen Gemeinschaft wiederzubeleben", nicht die Rede sein könne. Der Papst und der Patriarch seien sich weiterhin der geistlichen und historischen Barrieren bewusst, die zwischen beiden Kirchen stünden, sagte Pezzi der Nachrichtenagentur Tass.