Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Kirchen in Simbabwe fordern Regierung der nationalen Einheit

Die Kirchen in Simbabwe haben nach der Machtübernahme des Militärs zur Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit aufgerufen. Diese Regierung sollte einen friedlichen Weg zu freien und fairen Wahlen bereiten, erklärten die Oberhäupter der protestantischen und katholischen Kirchen Simbabwes in einem am Donnerstagabend verbreiteten Statement. "Wir sehen die gegenwärtige Situation als Möglichkeit für die Geburt einer neuen Nation", betonten sie.

Die Kirchen fordern einen nationalen Dialog, an dem alle Teile der Gesellschaft beteiligt sind. "Es gibt keinen Weg zurück zu dem politischen System, das wir noch vor kurzem hatten", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Ohne Versöhnung und Offenheit sei es aber nicht möglich, eine gemeinsame Vision für eine wahre Demokratisierung zu entwickeln. An die Militärführung erging der Appell, die Menschenwürde und die Menschenrechte zu schützen. Die Bevölkerung wurde zu Ruhe, Besonnenheit und Gebeten aufgerufen.

Die Kirchen beklagen, dass Simbabwe seit langem an Erstarrung, Stagnation und Erschöpfung leide. Viele Menschen hätten das Vertrauen in die staatlichen Organe verloren. "Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass die Räder der Demokratie im Schlamm personalisierter Politik stecken blieben, wo die allgemeine Bürgerschaft eine unbedeutende Rolle spielt", erklärten die Kirchenführer. Zugleich wird selbstkritisch auch eine Komplizenschaft von Kirchen, Zivilgesellschaft und Medien mit staatlichen Stellen eingeräumt.