Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die Kirchen im Saarland an die 299 tödlich verunglückten Bergleute des Grubenunglücks von Luisenthal im Jahr 1962 erinnert. "Wenn wir uns das unfassbare Leid vergegenwärtigen, dass das Grubenunglück von Luisenthal hinterlassen hat, fragen wir auch heute noch: Wo war Gott? Wo ist Gott?", sagte evangelische Superintendent Christian Weyer am Dienstag in seiner Predigt. "Es gibt Unglück, das wir nicht erklären können. Das müssen wir aushalten."
Auch wenn so vielen Bergleuten ein früher und schrecklicher Tod beschert wurde, "bleibt Gott unser Retter", bekräftigte er in der Kirche Christkönig im Völklinger Stadtteil Luisenthal. "In allem Unglück, in allem Unheil ist er an unserer Seite und hat trotz allem unser Heil im Sinn".
Der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters erinnerte an "einen wahrhaft schwarzen Tag für den Bergbau und das Saarland". Das Grubenunglück habe sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt. Peters erinnerte an die Helfer, die Toten und Verletzte bargen und sich um Hinterbliebene kümmerten. Gott verspreche "kein leidensfreies Glück", doch er habe mit seinem Leiden und seiner Auferstehung Hoffnung gegeben, sagte der Weihbischof.
Neben Bergleuten und Angehörigen nahmen auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und mehrere Mitglieder der Landesregierung an der Feier teil. Mehr als 50 Abordnungen von Bergmannsvereinen verwandelten die Kirche in ein Fahnenmeer.
Beim drittschwersten Grubenunglück der Bundesrepublik ereignete sich am 7. Februar um 7.45 Uhr eine Schlagwetterexplosion im Alsbachfeld der Grube Luisenthal. Das entzündete Grubengas löste eine Serie von Kohlenstaubexplosionen aus. In 600 Meter Tiefe verloren 299 Bergleute ihr Leben, der jüngste 16 Jahre alt, der älteste 59. Es gab 73 Verletzte. Zum Zeitpunkt der Explosion entzündete der Bergmannsverein "Glück auf" am Denkmal im Luisenthal 299 Lichter.
