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Kirche und Politik gratulieren Hertha BSC zum 125. Vereinsjubiläum

Der Berliner Altbischof Wolfgang Huber hat dem Fußballverein Hertha BSC Berlin zum 125-jährigen Vereinsjubiläum gratuliert. Bei einem Festakt im Roten Rathaus sagte Huber am Dienstag in Berlin, Fußball sei "Seismograph der Gesellschaft, Motor der Integration und verbindendes Element zwischen sozialen Schichten." Auch Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, gratulierte dem Traditionsverein: "Eine Sportmetropole Berlin wäre ohne unsere alte Dame nicht denkbar", sagte der SPD-Politiker.

Huber sagte weiter, der Fußball verfüge im Kampf gegen Rassismus über eine starke Stimme. Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) warnte aber auch vor der "manischen Identifikation" mit dem Sport, in der Menschen nichts anderes mehr im Blick hätten als den Sieg der eigenen Mannschaft.

Zudem forderte er, die Grenzen zum Menschenhandel klar zu beachten. "Wenn ein Spieler auf dem Transfermarkt mehr als Handelsware denn als Person erscheint, wird diese Grenze überschritten", sagte Huber. Er selbst habe in den vergangenen Jahren viel Freude bei Hertha BSC gehabt, habe gelitten und viel gelernt. Er habe am Bau der Kapelle im Olympiastadion mitwirken dürften und wünsche sich, dass Spieler, Fans und Offizielle diese Kapelle auch in Zukunft nutzen würden, so der Berliner Altbischof.

Der Regierende Bürgermeister Müller betonte, Hertha BSC und Berlin stünden für eine wechselhafte Geschichte mit Höhen und Tiefen. Beide seien sich über die Jahre immer treu geblieben, hätten nie aufgegeben, und beide hätten eine wunderbare Zukunft vor sich. Im Namen Berlins bedankte er sich für Generationen wunderbaren Fußballs und die vorbildliche Jugend- und Nachwuchsarbeit.

Im Anschluss an den Festakt wurde im Stadtmuseum Berlin eine Sonderausstellung zum "Hauptstadtfußball" eröffnet. Erzählt wird nach Museumsangaben chronologisch in elf Kapiteln die Geschichte des Berliner Fußballs und die von Hertha BSC vor dem Hintergrund der Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt der Schau im Museum Ephraim-Palais stehen rund 125 Originalobjekte von den 1870er Jahren bis heute mit Bezug zum Berliner Fußball. Die Ausstellung läuft bis 7. Januar 2018.