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Kirche und Gewerkschaften fordern Einsatz für menschenwürdige Arbeit

Katholische Organisationen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordern die künftigen Regierungsparteien auf, im Koalitionsvertrag konkrete Schritte für menschenwürdige Arbeit zu vereinbaren. Soziale Rechte müssten Priorität haben und dürften von der künftigen Regierung nicht infrage gestellt werden, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober. Unterzeichner sind der DGB, das Entwicklungshilfswerk Misereor, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und Kolping International.

Moderne Sklaverei in der Textilproduktion und auf Bananenplantagen sowie die Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen beim Rohstoffabbau prägten immer noch den Alltag in der globalen Wirtschaft, hieß es. Jeden Tag verunglückten 6.400 Menschen tödlich, weil Unternehmen keinen angemessenen Schutz gewährleisten. Die Zahl "moderner Sklaven" werde weltweit auf 46 Millionen geschätzt. Auch in Deutschland seien ausbeuterische Arbeitsverhältnisse nach wie vor häufig anzutreffen.

"Die Achtung der Menschenrechte ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass auch die Armen von wirtschaftlicher Entwicklung profitieren können", erklärte der für Misereor zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Die Regierungspartner sollten eine ambitionierte Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte im Koalitionsvertrag vereinbaren. In dem Plan hatte die Bundesregierung Ende vergangenen Jahres deutsche Unternehmen aufgefordert, auch in ihren globalen Wertschöpfungsketten die Menschenrechte zu achten und spätestens bis 2020 ihre "Sorgfaltspflichten" umzusetzen.

Die Gewerkschaften und Organisationen riefen die künftige Bundesregierung auf, auch in Deutschland ausbeuterische Arbeitsbedingungen konsequent zu bekämpfen. "Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sind nicht hinnehmbar, sei es bei Wanderarbeitnehmern auf Baustellen oder in der Fleischindustrie", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Bei grenzüberschreitenden Arbeiten dürften keine rechtsfreien Räume entstehen.