Ein Hamburger Pastor ist auf eigenen Antrag aus dem Dienst der nordelbischen Kirche ausgeschieden. Der 48-jährige evangelische Theologe hatte im Oktober 2010 einen Strafbefehl erhalten, weil er auf seinem Computer Kinderpornos gespeichert hatte. Das kirchliche Disziplinarverfahren sei mit dem Ausscheiden aus dem Dienst hinfällig und daher abgeschlossen worden, teilte die kirchliche Pressestelle am Freitag auf epd-Anfrage mit.
Ob der Pastor mit seinem Ausscheiden einer erzwungenen Entlassung aus dem kirchlichen Dienst zuvorgekommen ist, bleibt unklar. Er darf keine Amtshandlungen wie Taufen oder Trauungen mehr vollziehen und verliert einen Großteil seiner Pensionsansprüche.
Routineermittlungen hatten das Bundeskriminalamt auf die Spur des Pastors geführt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im September 2009 waren kinderpornografische Bilder gefunden worden. Zuvor war er wegen des Anfangsverdachts aus der Gemeinde abberufen und in der kirchlichen Verwaltung beschäftigt worden. Das Amtsgericht Hamburg hatte ihm im Oktober 2010 einen Strafbefehl über drei Monatsgehälter zugeschickt. Bereits ein halbes Jahr zuvor war der Theologe wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand getreten.
