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Katholische Laien wünschen sich Segnung von homosexuellen Paaren

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) setzt sich für eine Segnung auch von homosexuellen Paaren ein. "Wir wollen einen Segen für sich liebende Menschen", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Derzeit gebe es in der katholischen Kirche in Deutschland keine Leitlinien für die Segnung homosexueller Paare.

Die katholische Laienorganisation wünsche sich Segnungen auch für gleichgeschlechtliche Menschen. "Das aber darf nicht mit einer Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechselt werden", sagte Sternberg: "Nach katholischem Verständnis ist die Eheschließung ein Sakrament und findet vor dem Priester in der Kirche statt, nicht auf dem Standesamt."

"Wir brauchen ein Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare", forderte Sternberg. In der evangelischen Kirche sind Segnungen von homosexuellen Partnerschaften an der Tagesordnung. In einigen der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland wurden Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare der Trauung von Mann und Frau gleichgestellt.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn indes hatte einem katholischen Pfarrer untersagt, an diesem Wochenende die Partnerschaft eines Bürgermeisters aus seinem Bistum kirchlich zu segnen. Ab dem 1. Oktober ist die "Ehe für alle" für möglich. "Ich kann die Entscheidung des Bischofs nachvollziehen", sagte Sternberg der "Passauer Neuen Presse". Dieser Fall sei sehr spezifisch. "Die Segensfeier drohte zu einem Ärgernis, einem Spektakel zu werden, da einer der beiden Männer vor Ort Bürgermeister ist, und die Feier im Gottesdienst als öffentliches Ereignis inszeniert werden sollte", sagte der ZdK-Präsident: "Zudem war er offenbar zuvor verheiratet, hat Frau und Kind verlassen." Auch habe der Bürgermeister öffentlich erklärt, der Segen sei ihm gar nicht so wichtig, sondern seinem Partner.