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Katholische Kirche gegen Homo-Ehe in Italien

In Italien stößt die geplante Aufwertung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften auf erheblichen Widerstand der katholischen Kirche. Der Gesetzentwurf, der am Donnerstag erstmals im Senat debattiert wird, sieht vor, dass Schwule und Lesben in eingetragener Partnerschaft den Namen des Partners annehmen sowie dessen leibliche Kinder adoptieren können, sofern diese keinen weiteren Elternteil haben. Das katholisch geprägte Italien ist eines der letzten westeuropäischen Länder, in dem es keinen Rechtsstatus für Homopaare gibt.

Gegen die rechtliche Anerkennung von Homo-Ehen rufen katholische Organisationen für Samstag zu einer Kundgebung am römischen Circus Maximus auf. Hunderttausende Teilnehmer werden zu der Demonstration erwartet. Am vergangenen Wochenende gingen bereits Zehntausende Anhänger der Homo-Ehe in mehreren italienischen Städten auf die Straße.

Familien seien die verfassungsrechtlich geschützte Grundlage der Gesellschaft, betonte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco. Die Familie sei "durch die Natur des Menschen" und nicht durch staatliche Anerkennung legitimiert. Es gebe kein Recht auf Kinder. Diese seien nicht "herzustellende Dinge", sagte Bagnasco mit Bezug künstliche Befruchtungen.

Angelino Alfano, Vorsitzender des christdemokratischen Koalitionspartners von Ministerpräsident Matteo Renzi, will das Vorhaben per Referendum stoppen, falls es vom Parlament gebilligt wird. Unterstützung findet die Aufwertung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften allerdings bei der oppositionellen "Fünf-Sterne-Bewegung" des Komikers Beppe Grillo sowie mehreren linken Parteien und der konservativen Forza Italia.

Der Katholik Romano Prodi war 2007 als Ministerpräsident am katholischen Widerstand mit dem Versuch gescheitert, ein Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften durch das Parlament zu bringen. Mittlerweile wurde Italien wegen des mangelhaften rechtlichen Schutzes von Homosexuellen vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof verurteilt. Der aus der katholischen Pfadfinderbewegung stammende Regierungschef Renzi machte das neue Gesetzesvorhaben zu den Prioritäten seiner Regierung.