Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Kardinal Meisner im Kölner Dom beigesetzt

In einer feierlichen Totenmesse ist Kardinal Joachim Meisner am Samstag im Kölner Dom beigesetzt worden. In seiner Predigt sagte der Primas von Ungarn, Kardinal Peter Erdö, Meisners christliches und soziales Zeugnis habe sich weit über die Grenzen des Erzbistums Köln ausgewirkt. Er habe viel Freude am Glauben und an der pastoralen Arbeit gefunden: "In dieser Hinsicht kann man sogar sagen, dass er mit Papst Franziskus kongenial war." Meisners Grab in der Bischofsgruft des Doms befindet sich gegenüber dem des ehemaligen Kölner Erzbischofs Joseph Frings (1887-1978).

Meisner war am 5. Juli während seines Urlaubs in Bad Füssing gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Ein Vierteljahrhundert lang, von 1989 bis 2014, hatte er das mitgliedsstärkste katholische Bistum in Deutschland geführt, vorher war er unter anderem Bischof von Berlin. 2014 war er auf eigenen Wunsch aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand versetzt worden.

Zuletzt hatte er gegen eine Aufweichung kirchlicher Positionen etwa gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen durch Papst Franziskus opponiert. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. würdigte Meisner in einem Grußwort, das von Kurienerzbischof Georg Gänswein verlesen wurde, als einen "leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger", dem es schwer gefallen sei, sein Amt loszulassen.

Geleitet wurde der Trauergottesdienst vom amtierenden Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki. Neben Kardinal Erdö wirkte auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, an der Trauerfeier mit. Der Messe wohnten etwa 50 Kardinäle und Bischöfe aus dem In- und Ausland bei, darunter auch Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die evangelische Kirche wurde durch den rheinischen Präses Manfred Rekowski vertreten. Zu den anwesenden Vertretern aus Politik und Gesellschaft gehörten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).