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Kardinal Marx will Recht auf Digitalisierung für alle Menschen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat ein Recht auf Teilhabe an der Digitalisierung für alle Menschen gefordert. "Wir müssen alles tun, damit die Welt nicht aufgeteilt wird in Gewinner und Verlierer", sagte Marx am Dienstag auf dem Katholischen Medienkongress in Bonn. "Gegen die wachsende Ungleichheit in der Welt, gegen Hass und Fake News müssen wir eine Botschaft setzen für eine Entwicklung, bei der alle mitkommen."

Der Münchener Erzbischof rief dazu auf, zu prüfen, ob die Strukturen und Wertschöpfungsketten so seien, dass die digitale Welt dem Wohl der Menschheit diene. Es brauche internationale Wettbewerbsregeln und Institutionen, um ein "immer Mehr" von Wenigen zu verhindern, sagte Marx. Dadurch könnten negative Folgen wie "Arbeitsplatzverluste, politische Folgen und das Anwachsen von Armut" vermieden werden. "Wir müssen Chancen schaffen für sinnvolle Arbeit und damit für die Organisation des eigenen Lebens - daran wollen und werden wir als Kirche mitwirken", betonte der Kardinal.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst, betonte, bei allen Veränderungsprozessen müssten die Würde und die Selbstbestimmung des Menschen gewahrt bleiben. Die rechtlichen, ethischen und kulturellen Standards der analogen Welt müssten auch in der digitalen Welt gelten. "Hass und Verrohung der Kommunikation im Netz bedürfen wacher Aufmerksamkeit", mahnte der Bischof von Rottenburg-Stuttgart. Zudem brauche es dringend eine neue Sensibilität für den Wert persönlicher Daten.

Zugleich betonte Fürst, die Kirche wolle nicht nur negative Auswirkungen des technischen Fortschritts beklagen. "Denn die Digitalisierung bringt viele Chancen mit sich." So hätten sich Menschen neue Möglichkeiten erschlossen, sich miteinander auszutauschen und die eigene Persönlichkeit darzustellen.

Der Katholische Medienkongress fand zum zweiten Mal statt und beschäftigte sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen in der digitalen Welt. Die zweitägige Tagung ging am Dienstag in Bonn zu Ende.