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Kardinal Marx: Keine kirchentrennenden Unterschiede mehr

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat die versöhnlichen Töne des 500. Reformationsjubiläums hervorgehoben. Die katholische Kirche sei von den Evangelischen mit dem Herzen aufgenommen worden, polemische Spitzen seien unterblieben, sagte er am Montag zum Auftakt der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda. Die Ökumene sei ein gutes Stück vorangekommen.

"Was wir jetzt noch an Verschiedenheit haben, ist nicht mehr kirchentrennend", sagte der Münchner Erzbischof. Die Kirchen sollten das 21. Jahrhundert nicht verstreichen lassen, ohne essenziell in der Ökumene voranzukommen.

Die evangelische Kirche feiert noch bis Ende Oktober 500 Jahre Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Im Mittelpunkt der viertägigen Versammlung der katholischen Bischöfe steht das Thema "Umwelt und integrale Entwicklung als Aufgabe der Kirche". Auch aktuelle Fragen zur Flüchtlingsarbeit sowie die Gefahren des internationalen Terrorismus sollen diskutiert werden. Die Vollversammlung wählt zudem einen neuen stellvertretenden Vorsitzenden.

Der Bischofskonferenz gehören derzeit 69 Bischöfe aus den 27 deutschen Diözesen an. Sie tritt regelmäßig im Frühjahr und Herbst eines Jahres zusammen, um die kirchliche Arbeit zu koordinieren und gemeinsame Entscheidungen zu treffen.