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Kardinal Marx fordert mehr Unterstützung für Flüchtlinge

In einem Gottesdienst mit Flüchtlingen im Münchner Dom hat Kardinal Reinhard Marx zu einem größeren Engagement für Asylbewerber aufgerufen. "Für die christliche Nächstenliebe darf es keine Grenze geben", betonte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag. In der Politik seien neue Überlegungen nötig, um die Behandlung von Flüchtlingen in Europa zu verbessern, forderte Marx. Aufgabe der Gesellschaft und insbesondere der Christen sei es, die Flüchtlinge menschenwürdig willkommen zu heißen. Mit dem Gottesdienst wurde die Herbstsammlung des katholischen Wohlfahrtsverbandes Caritas unter dem Motto "Weit weg ist näher, als du denkst" eröffnet.

Das bereits große Engagement in den Gemeinden und kirchlichen Werken sei angesichts der Flüchtlingszahlen nicht ausreichend, fügte Marx hinzu. Deshalb werde die katholische Kirche ihre Anstrengungen verstärken, etwa bei der Bereitstellung von Wohnraum. In den Gemeinden sollten noch mehr Ehrenamtliche den Flüchtlingen als Ansprechpartner zur Seite stehen. Darüberhinaus sei aber auch vermehrt professionelle Hilfe bei der Behandlung von Traumata notwendig, die die Asylbewerber auf ihrer Flucht erlitten haben.

Bei dem Gottesdienst stand als zentrales Symbol für den Leidensweg der Flüchtlinge ein blau-gelbes Holzkreuz im Mittelpunkt, das aus Planken eines vor der italienischen Insel Lampedusa gestrandeten Flüchtlingsschiffes gezimmert war. Ein junger Mann aus Togo, der selbst vor 20 Jahren mit seiner Mutter nach Deutschland geflohen war, trug das mannshohe Kreuz in die Kirche.