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Interreligiöse Konferenz: Gemeinsam gegen Fundamentalismus und Gewalt

Vertreter der evangelischen Kirche sehen in einem stärkeren internationalen Austausch der Religionsgemeinschaften eine Chance, gegen Rassismus und religiös motivierte Radikalisierung anzugehen. "Wir müssen ein Zeichen für ein interreligiöses Miteinander und Frieden setzen", sagte das Vorstandsmitglied der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Jochen Motte, am Freitag zum Auftakt einer interreligiösen Konferenz in Wuppertal.

"Wir müssen der Gefahr begegnen, dass sich Menschen an die Stelle Gottes setzen und glauben, sie hätten die Wahrheit gepachtet", machte Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche in Westfalen, deutlich. Von dieser Strömung seien sämtliche monotheistischen Religionen betroffen. Religion habe gleichermaßen das Potenzial, Konflikte zu verschärfen als auch Frieden zu schaffen. Letzteres gelte es zu stärken.

Dabei sei es wichtig, auch einen Blick auf die "Gefährdung der eigenen Religion" zu haben, betonte der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski: "Auch bei uns gibt es fundamentalistische Strömungen." Religion sei ins Gerede gekommen und zum Anlass für Streit geworden. Das gelte es zu ändern. Ein wirksames Konzept sei die gegenseitige Begegnung. Mit der internationalen Vernetzung der Glaubensgemeinschaften könne religiös motivierte Gewalt eingedämmt werden.

Auf der Veranstaltung "Friede unter den Menschen" wollen bis Sonntag rund 90 Vertreter von christlichen, muslimischen und buddhistischen Glaubensgemeinschaften Möglichkeiten eines stärkeren Austausches ausloten, um so Vorurteile abzubauen und für mehr Toleranz unter den Religionen zu werben. Dabei will die Konferenz auch an die Politik appellieren, ihrer Verantwortung zum Erhalt des Friedens nachzukommen. Die Teilnehmer der Konferenz kommen unter anderem auch aus Afrika und Indonesien. Den Abschluss der Tagung bildet am Sonntag ein Pilgerweg für Frieden und Gerechtigkeit.