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Homo-Ehe: Schwesig weist Polygamie-Bezug als unterirdisch zurück

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bewertet Aussagen der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zur Homo-Ehe als "unterirdisch und respektlos". Kramp-Karrenbauer hatte sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen und die Homo-Ehe in die Nähe von Inzest und Polygamie gerückt. Schwesig hielt dem am Donnerstag auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart entgegen, nach ihrer Definition sei Familie überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Sie schloss dabei die sogenannten Regebogenfamilien ausdrücklich mit ein.

Die Politik könne Familien "nicht bestimmen, organisieren oder ersetzen", sie könne sie aber unterstützen. Das gelte nicht nur für die Erziehung von Kindern, sondern auch für die Pflege von alten Menschen. Viele Bestimmungen, zum Beispiel in der Steuergesetzgebung, seien indes noch "sehr, sehr ungerecht" für Familien, sagte die Bundesministerin. Auch die Arbeitswelt müsse familienfreundlicher werden.

Schwesig lobte die Evangelische Kirche in Deutschland, dass sie den Mut gefunden habe, in ihrem vor zwei Jahren veröffentlichten Familienpapier die unterschiedlichen Formen von Familie anzusprechen. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, wies als Mitautor des Familienpapiers darauf hin, dass die Bibel zwar nicht die Form der Familie vorgebe, wohl aber Orientierung für die Werte.