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Historischer Kirchengipfel: Papst Franziskus trifft Patriarch Kyrill

Papst Franziskus ist in Havanna mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill zusammengetroffen. Es war das erste Treffen von Oberhäuptern der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche, seitdem sich das Christentum vor rund 1.000 Jahren in einen östlichen und einen westlichen Zweig gespalten hatte.

Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen der kubanischen Hauptstadt wurde das katholische Kirchenoberhaupt Franziskus am Freitag zunächst vom kubanischen Staatschef Raúl Castro begrüßt. Der Bruder von Fidel Castro tauschte persönliche Worte mit Franziskus aus, während er ihn in die Präsidentenlounge des Flughafens zu dem historischen Treffen mit dem Moskauer Patriarchen begleitete.

Am Ende des auf zwei Stunden angesetzten ersten Gesprächs wollten der Papst und der Patriarch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Für den Anschluss waren zwei kurze freie Ansprachen der Kirchenoberhäupter geplant, bevor der Papst weiter nach Mexiko fliegen sollte.

Nach jahrhundertelangem Streit um theologische, politische und kulturelle Fragen hatte sich das Christentum im 11. Jahrhundert in einen östlichen und einen westlichen Zweig gespalten. Die orthodoxe und die römisch-katholische Kirche entwickelten sich weitgehend unabhängig voneinander.

Auf dem Flug von Rom nach Havanna würdigte Papst Franziskus Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor dem Hintergrund widersprüchlicher Medienberichte über ein später vom Vatikan und der Bundesregierung dementiertes Telefongespräch der beiden, bei dem Merkel kritische Äußerungen des Papstes über Europa moniert haben sollte, sagte Franziskus über die Kanzlerin laut Radio Vatikan: "Ich mag sie und ich schätze sie sehr." Frau Merkel sei eine Person guten Willens: "Ich bete für sie."