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Flüchtlingshelfer befürchten Abschiebungen nach Äthiopien

Flüchtlingsinitiativen befürchten eine härtere Abschiebepraxis der deutschen Behörden. Nach den Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge sei nun wohl auch mit Abschiebungen nach Äthiopien zu rechnen, warnte der Fürther evangelische Pfarrer Kuno Hauck bei der Vorstellung eines Alternativen Menschenrechtsberichts am Donnerstag in Nürnberg. "Wenn man weiß, was diese Leute durchgemacht haben, macht das betroffen", sagte Hauck, der den Bericht mit verfasst hat. Am Mittwochabend waren 27 Afghanen in ihre Heimat abgeschoben worden. Am Frankfurter Flughafen hatte es dagegen Proteste gegeben.

Laut dem Menschenrechtsbericht wächst die Nachfrage nach Kirchenasyl. Immer häufiger suchten Menschen, die nach den Dublin-Regeln der EU nach Italien gebracht werden sollen, bei Kirchengemeinden und in Klöstern Hilfe, heißt es. 2017 gab es laut Hauck in Bayern bislang 182 Kirchenasyle, deutschlandweit 691. Darunter seien auch Äthiopier, die nach Protesten in ihrer Heimat inhaftiert gewesen waren und nach Deutschland flohen.

Der Alternative Menschenrechtsbericht wird seit 2007 alle zwei Jahre von Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen erstellt und von kirchlichen Stellen unterstützt.