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Evangelischer Catholica-Beauftragter wirft Woelki Verzeichnungen vor

Die kritischen Äußerungen des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki zum Stand der Ökumene rufen Widerspruch aus der evangelischen Kirche hervor. Woelki beschreibe "Positionen der evangelischen Theologie und Kirche auf eine Art und Weise, die in das Zeitalter konfessioneller Verzeichnungen gehören", kritisierte der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Karl-Hinrich Manzke, am Freitag bei der Jahrestagung evangelischer Kirchenparlamente in Bonn.

Angesichts der Zeichen ökumenischer Annäherung im zurückliegenden Festjahr zu 500 Jahren Reformation seien die "Posititionszuweisungen des ökumenischen Gegenübers alarmierend". "Zeigen sie doch, dass die Rezeption der erarbeiteten Verständigung über bislang bestehende Differenzen noch einen weiten Weg vor sich hat", sagte der schaumburg-lippische Landesbischof Manzke.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte gegen Ende des Jubiläumsjahres in einem Aufsatz für die "Herder-Korrespondenz" auf bestehende Unterschiede beider Konfessionen hingewiesen und dezidiert die Auffassung vertreten, dass ein gemeinsames Abendmahl derzeit nicht möglich sei. In der Überschrift seines Beitrags forderte er "mehr Ehrlichkeit in der Ökumene". Woelki wird für Sonntag in Bonn von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einem Grußwort erwartet.