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Evangelische Kirche will Digitalisierung ohne neue Abhängigkeiten

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will sich einen Schub zur weiteren Digitalisierung verordnen. Dabei sollen Innovationen in den eigenen Verwaltungsstrukturen vorangetrieben und neue Wege der Kommunikation mit den Mitgliedern und in die Gesellschaft beschritten werden. Zudem sei eine kritische Begleitung des digitalen Wandels insgesamt anzustreben, sagte Medienbischof Volker Jung am Dienstag vor der EKD-Synode in Bonn. "Veränderung muss so gestaltet werden, dass Menschen nicht in neue Abhängigkeiten geraten, sondern Freiheit gewinnen", betonte der hessen-nassauische Kirchenpräsident, der im Rat der EKD für Medienangelegenheiten zuständig ist.

Die evangelische Kirche stehe vor der Frage, wie sie sich organisiere, um sich zum Beispiel an Debatten über künstliche Intelligenz zu beteiligen. Bislang gebe es im deutschen Protestantismus zu Themen der Digitalisierung keine Koordination oder strategische Gesamtausrichtung. "Es ist nicht zu spät, aber es ist höchste Zeit", sagte Jung.

Der Medienbischof empfahl dem Kirchenparlament, ein Projektteam einzusetzen. Dieses soll, begleitet von einer Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Landeskirchen, der Diakonie und externen Fachleuten, bis zur Synodentagung in einem Jahr Vorschläge für Arbeitsstrukturen entwickeln, in denen unter anderem theologische Fragen bearbeitet, die digitale Mitgliederkommunikation vorangetrieben und neue Projekte zum Beispiel in einem "Digital Lab" angestoßen werden.