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Ermordeter Erzbischof Romero vor 100 Jahren geboren

Aus Anlass des 100. Geburtstages des ehemaligen Erzbischofs von San Salvador, Oscar Romero, am 15. August hat die Christliche Initiative Romero das Wirken des Befreiungstheologen gewürdigt. Der 1980 ermordete Geistliche gelte weit über seine Heimat El Salvador hinaus als Anwalt der Armen und Stimme der Unterdrückten, erklärte die Initiative am Freitag in Münster.

Der Theologe sei ein Vorbild für christliche Nächstenliebe und ein "Modell von Humanität". Romero vereine unter anderem "gesellschaftliche Sensibilität, Option für die Schwächsten, intellektuelle Aufrichtigkeit, Courage und Mut", hieß es weiter.

Romero hatte sich vom konservativen Theologen zu einem mutigen Fürsprecher der Armen gewandelt. Er wurde am 24. März 1980 während einer Predigt in einer Kapelle in San Salvador erschossen. Der Erzbischof war ins Visier rechtsextremer Todesschwadronen geraten, weil er das von den USA unterstützte Militärregime scharf kritisiert hatte.

Am Tag vor seinem Tod hatte er in einem flammenden Appell den Machthabern "im Namen Gottes" befohlen: "Macht Schluss mit der Unterdrückung!" Sein Tod markierte den Beginn des Bürgerkrieges (1980-1992) zwischen Armee und Guerilla in El Salvador, in dem 75.000 Menschen umkamen. 2015 wurde Romero seliggesprochen.

Zu seinem Grab in der Kathedrale von San Salvador pilgern Verehrer aus dem In- und Ausland. Im März 2011 besuchte der damalige US-Präsident Barack Obama Romeros letzte Ruhestätte. Die Christliche Initiative Romero mit Sitz in Münster setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Mittelamerika ein.