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EKD-Friedensbeauftragter Brahms wirbt für Streit ohne Hass

Streit ohne Hass ist nach Auffassung des evangelischen Friedensbeauftragten Renke Brahms ein zentrales Element demokratischer Kultur. Das gelte erst recht, wenn es gelinge, die Sicht des Gegenübers nachzuvollziehen, sagte am Freitag der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur bevorstehenden Ökumenischen Friedensdekade. Sie wird an diesem Sonntag eröffnet und läuft bis zum 22. November. Dazu gehören bundesweit Tausende Veranstaltungen zum Leitthema "Streit".

Die Dekade soll dafür werben, für ein Zusammenleben im Zeichen von Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit zu streiten. Er freue sich, dass in den kommenden Tagen "die längst überfällige Debatte" über den wachsenden Bundeswehretat und eine bessere Finanzierung ziviler Konfliktbearbeitung angestoßen werden solle, sagte der leitende Bremer Theologe Brahms. "In den vergangenen Jahren wurde der Auseinandersetzung über diese Frage in der Politik bewusst ausgewichen."

"Im Streiten können wir lernen, die Perspektiven zu wechseln", betonte Brahms. Angesichts zunehmender populistischer und nationalistischer Tendenzen in Deutschland sei es besonders wichtig, verstärkt auf den demokratischen Umgang mit anderen Meinungen hinzuweisen und ihn weiter einzuüben. "Hass lässt uns Konflikte nicht konstruktiv bearbeiten. Wir müssen friedlich streiten und die faire Auseinandersetzung suchen."

Die kirchliche Friedensdekade wird seit 1980 jeweils vom drittletzten Sonntag des Kirchenjahres an bis zum Buß- und Bettag ausgerichtet. Das zentrale Werbeplakat zeigt in diesem Jahr eine kämpferische Friedenstaube. Die Schirmherrschaft hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) übernommen.