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EKD ehrt Harald Bretschneider mit Martin-Luther-Medaille

Der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider ist für sein Wirken in der friedlichen Revolution in der DDR mit der Martin-Luther-Medaille ausgezeichnet worden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, überreichte Bretschneider die zum vierten Mal vergebene Auszeichnung am Montag in Eisenach. Die Laudatio hielt Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Mit dem Namen Harald Bretschneider verbindet sich vor allem die in der DDR unterdrückte Kampagne "Schwerter zu Pflugscharen".

Schneider erinnerte an die Verdienste des damaligen sächsischen Jugendpfarrers in den Jahren vor der friedlichen Revolution. Die kirchliche Friedensbewegung in der DDR habe die Wende im Herbst 1989 wesentlich vorbereitet, sagte er. Zwar seien die Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen" in der DDR aus der Öffentlichkeit verdrängt worden. "Doch der Geist dieser Friedensvision war weiter lebendig", unterstrich der EKD-Ratsvorsitzende.

Auch dank der von Bretschneider inspirierten Bewegung sei die Revolution von 1989 eine friedliche Revolution geworden. Bretschneider, seine Familie und die vielen damals überwiegend jungen Menschen in den Kirchen der DDR hätten gezeigt, wie die Seligpreisung Jesu konkret gelebt werden könne, sagte Schneider.

Bundesverteidigungsminister de Maiziere betonte, Bretschneider habe gemeinsam mit anderen "die geistigen Mauern ein Stück eingerissen". Für viele, nicht nur Christen, sei der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat "die Galionsfigur der evangelischen Jugendarbeit in der DDR". Bretschneider sei vielen jungen Leuten ein Vorbild gewesen - "als Zeuge gelebten Christseins, als Kämpfer für die eigene Überzeugung, aber auch als Helfer in der Not".

Mit Blick auf Bretschneiders pazifistische Grundhaltung sagte der Bundesverteidigungsminister, es stelle sich immer auch die Frage, wann und unter welchen Bedingungen man zum Schutz der Menschenrechte in anderen Staaten auch mit Waffengewalt eingreifen dürfe oder sogar müsse. Gerade Christen stünden hier in einem Gewissenskonflikt, da militärisches Eingreifen die Möglichkeit des Tötens und Sterbens einschließe. Andererseits könne aber auch Nichtstun "das Gegenteil von Verantwortung sein", sagte de Maiziere.

Der Verleihung der Luther-Medaille war ein Festgottesdienst mit der mitteldeutschen Landesbischöfin Ilse Junkermann vorausgegangen. Am Nachmittag wollten Präses Schneider und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gemeinsam das Themenjahr "Reformation und Musik" im Rahmen der Lutherdekade eröffnen.

Folgt Kurzporträt Harald Bretschneider, 40 Zl, bis 1400

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