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Ehemaliger vatikanischer Rechnungsprüfer wegen Verleumdung verurteilt

Der frühere Rechnungsprüfer der vatikanischen Vermögensverwaltung APSA, Nunzio Scarano, ist am Montag von einem Strafgericht in Rom wegen Verleumdung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Vatikan-Prälat wurde nach dem italienischen Rundfunk zufolge zugleich vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für Scarano eine vierjährige Haftstrafe gefordert.

Der Geistliche wurde wegen Verleumdung des ehemaligen Geheimdienstagenten Giovanni Maria Zito verurteilt. Scarano soll diesen bezichtigt haben, einen Scheck über 200.000 Euro gestohlen zu haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte der Geistliche dem Ex-Agenten den Scheck aber selbst übergeben. Scarano soll den ehemaligen Agenten im Jahr 2013 beauftragt haben, 20 Millionen Euro Schwarzgeld aus der Schweiz nach Italien zu holen. Die Verteidigung kündigte an, sie werde Berufung gegen das Urteil einlegen.

Scarano, damals Mitarbeiter der vatikanischen Vermögensverwaltung, war im Juni 2013 festgenommen worden. Im Prozess ging es um vorgetäuschte Schenkungen einer Offshore-Gesellschaft an karitative Einrichtungen. Den Ermittlungen zufolge tätigte Scarano die Zahlungen über Konten der Vatikanbank IOR. Dem folgten die Richter nicht.