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Dreyer: Vertrauen auf Gottes Gnade hilft in Leistungsgesellschaft

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sieht in den Ideen der Reformationsbewegung wichtige Impulse für die Gegenwart. "Wir haben eine Verpflichtung, uns in die Gesellschaft einzubringen, dürfen nach Luther aber auch unvollkommen sein", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Luthers Idee, allein auf Gottes Gnade zu vertrauen, sei eine Erleichterung in der heutigen, teils gnadenlosen Leistungsgesellschaft. In der rheinland-pfälzischen Landesvertretung diskutierte die amtierende Bundesratspräsidentin mit dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, zu dem Thema "Lasst uns froh und Luther sein - Reformation als historisches Ereignis und als Aufgabe der Gegenwart".

Das 500. Reformationsjubiläum im laufenden Jahr habe es geschafft, den richtigen Ton zu treffen, sagte Dreyer: "Da wurde eine Chance ergriffen, viele ernsthafte Themen aufzugreifen." Als Beispiel nannte die Katholikin die Annäherung zwischen der evangelischen und katholischen Kirche im Jubiläumsjahr. Es sei in den vergangenen Monaten zu einer "hoffnungsvollen Ökumene" gekommen.

Kirchenpräsident Schad betonte den europäischen Charakter des Reformationsjubiläums. "In einer Zeit, in der Europa in der Krise ist, ist es gut, die Reformation als europäische Bewegung darzustellen", sagte er.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.