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Dresdner Bischof Reinelt lehnt Blockaden der Neonazis ab

Nach dem sächsischen evangelischen Landesbischof Jochen Bohl hat auch sein katholischer Amtskollege Joachim Reinelt Blockaden gegen Neonazi-Aufmärsche rund um den Dresdner Gedenktag am 13. Februar offiziell abgelehnt. "Ich unterstütze den Wunsch nach einer Beteiligung möglichst vieler Menschen am friedlichen Gedenken mit Gottesdienst und Gebet, Menschenkette und friedlichem Protest", sagte Reinelt am Mittwoch in Dresden. "Blockadeaktionen allerdings lehne ich ab und werde mich an entsprechenden Aufrufen nicht beteiligen."

Reinelt rief die Dresdner auf, sich an anderen friedlichen Protestaktionen zu beteiligen. "Machen wir sichtbar, dass unsere Stadt ihre Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit gezogen hat. Der Wunsch nach Frieden und die Absage an Hass und Gewalt müssen die Kernbotschaften sein, die sich mit dem Datum des 13. Februars in unserer Stadt verbinden", heißt es in der bischöflichen Stellungnahme. Durch alliierte Bombenangriffe war das Zentrum von Dresden und Teile der Vorstädte in der Nacht vom 13. auf 14. Februar 1945 nahezu vollständig zerstört worden. Mindestens 25.000 Einwohner starben.

Landesbischof Bohl hatte erklärt, er werde nicht zu "illegalen Handlungen" aufrufen. Die Bischöfe distanzieren sich damit von einem Aufruf der "Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus". 50 Politiker und Theologen hatten zuvor zur Teilnahme an den Blockaden des Bündnisses "Dresden Nazifrei" aufgerufen. Dazu zählen auch die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, Ilse Junkermann, und der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. Die sächsischen Behörden werten Blockaden von genehmigten Aufmärschen als Straftat.

Die Wochenend-Aufmärsche der Neonazis zu dem Jahrestag waren 2010 und 2011 an den Blockaden gescheitert. Es werden wieder Tausende Teilnehmer zu den Blockaden erwartet, ebenso zu der Menschenkette und der Kundgebung der Stadt.