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Die wichtigsten Veranstaltungen zum 500. Reformationsjubiläum

Im Jahr 1517 veröffentlichte der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther in Wittenberg 95 Thesen zu den Missständen der Kirche seiner Zeit. Dies gilt als der Beginn der Reformation. Das 500. Jubiläum wurde seit Oktober vergangenen Jahres mit einer Vielzahl von Veranstaltungen gefeiert. Wichtige Wegmarken waren:

16. BIS 22. OKTOBER 2016: Delegationen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz unternehmen eine ökumenische Pilgerreise nach Israel und in die Palästinensergebiete. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklären, sie fühlten sich von der gemeinsamen Reise in ihren ökumenischen Überzeugungen bestärkt.

30. OKTOBER 2016: Mit einem Festgottesdienst in Eisenach wird den Kirchengemeinden eine Neubearbeitung der Lutherbibel übergeben. 70 Experten haben in den Jahren zuvor die Genauigkeit der Übersetzung des Bibeltextes geprüft. Fast 12.000 der rund 31.000 Verse wurden in der Neufassung geändert. Auf die Wörter gerechnet sind das allerdings lediglich acht Prozent.

31. OKTOBER 2016: Das Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum wird offiziell eröffnet. An einem Festgottesdienst in der Berliner Marienkirche nehmen mehr als 750 Gäste aus Politik, Kirchen und Gesellschaft teil. Darunter sind etwa der damalige Bundespräsident Joachim Gauck und der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm nennt das Reformationsjubiläum ein Signal der Versöhnung und des Aufbruchs. Außerdem überreicht er Kardinal Karl Lehmann die Martin-Luther-Medaille. Damit ist der langjährige Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der erste Katholik, der die hohe Auszeichnung der EKD erhält. Bei einem staatlichen Festakt im Berliner Konzerthaus würdigt Gauck die von Martin Luther (1483-1546) angestoßenen Veränderungen.

31. OKTOBER 2016: Auch die internationalen Feiern zum 500. Reformationsjubiläum beginnen. Im schwedischen Lund trifft Papst Franziskus zu einem gemeinsamen Gottesdienst mit den Spitzen des Lutherischen Weltbundes (LWB) zusammen. Bei seinem historischen Besuch unterzeichnet Franziskus gemeinsam mit dem LWB-Präsidenten Munib Younan eine Ökumene-Erklärung. Darin gestehen sie die Verantwortung beider Konfessionen für die nach der Reformation entstandenen Kirchenspaltungen ein.

3. NOVEMBER 2016 BIS 20. MAI 2017: Europäische evangelische Kirchen feiern in Genf den Start des Europäischen Stationenwegs und schicken einen Truck als Geschichtenmobil auf den Weg. Der Weg verbindet 68 Stationen in 19 europäischen Staaten. Nachdem er unterschiedliche Stationen angesteuert hat, kommt er am 20. Mai in Wittenberg zur Eröffnung der Weltausstellung Reformation mit dem Titel "Tore der Freiheit" an.

11. MÄRZ 2017: In Hildesheim feiern Protestanten und Katholiken einen ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst, bei dem sie nach Jahrhunderten der Abgrenzung ihre Gemeinsamkeiten betonen. Der Gottesdienst steht unter der Überschrift "Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen". Unter den rund 400 Gottesdienstteilnehmern sind auch Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU).

11. APRIL BIS 5. NOVEMBER 2017: Im Berliner Gropius-Haus eröffnet der neugewählte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als erste der insgesamt drei Nationalen Sonderausstellungen die Schau "Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt". Sie zeig die weltumspannende Wirkungsgeschichte des Protestantismus an den Beispielen Schweden, USA, Korea und Tansania. Die zweite Sonderausstellung unter dem Titel "Luther und die Deutschen" auf der Wartburg bei Eisenach startet am 4. Mai. Seit dem 13. Mai können Besucher in Wittenberg auch die dritte Sonderausstellung besichtigen: Im Augusteum des Lutherhauses ist die Schau mit dem Titel "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" zu sehen. Alle drei Nationalen Sonderausstellungen sind bis zum 5. November zu sehen.

20. MAI BIS 10. SEPTEMBER 2017: Wenige Tage vor Beginn des 36. Evangelischen Kirchentags startet in Wittenberg die Weltausstellung Reformation mit dem Titel "Tore der Freiheit". Es gibt dort sieben Torräume, in denen 80 Aussteller aus Kirche, Gesellschaft und Politik ein vielfältiges Programm anbieten. Die Botschafterin der EKD für das 500. Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, nennt die jahrelang vorbereitete Ausstellung das "Herzstück des Reformationssommers 2017".

24. MAI BIS 28. MAI 2017: Unter dem Leitwort "Du siehst mich" feiern beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag mehr als 100.000 Menschen in Berlin und Wittenberg. Der Kirchentag punktet mit Prominenz: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama diskutiert vor 70.000 Menschen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Brandenburger Tor. Das Treffen mündet in einen Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen in der Lutherstadt Wittenberg: der Höhepunkt der Feiern zum 500. Reformationsjubiläum. Zu dem Gottesdienst kommen nach Veranstalterangaben 120.000 Besucher. Ursprünglich hatte man auf 200.000 gehofft, die Prognose dann auf 100.000 korrigiert.

25. MAI BIS 27. MAI 2017: Erstmals finden parallel zum Deutschen Evangelischen Kirchentag sechs dezentrale "Kirchentage auf dem Weg" in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben statt. Auch sie münden in den Abschlussgottesdienst in Wittenberg. Zu den "Kirchentagen auf dem Weg" kommen weniger Besucher als erwartet: von 80.000 erhofften Gästen nur 50.000. Nimmt man sie mit den Besuchern in Berlin und Wittenberg zusammen, ist das Protestantentreffen dennoch die größte Kirchentagsveranstaltung seit langem.

31. MAI BIS 10. SEPTEMBER 2017: Nach Ende des Kirchentages starten in Wittenberg elf Konfirmanden-Camps, an denen sich 18 Landeskirchen beteiligen. Bis zu 12.000 Konfirmanden verbringen unter dem Motto "trust and try" mehrere Tage in einer Zeltstadt am nördlichen Stadtrand. Auf dem Programm stehen unter anderem täglich bis zu 50 Workshops sowie Ausflüge in die Altstadt und zur Weltausstellung Reformation. Zusätzlich finden drei Jugend-Camps statt.

29. JUNI BIS 7. JULI: In Leipzig kommt die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen zu ihrer 26. Generalversammlung zusammen. Einer der Höhepunkte der Versammlung: In Wittenberg bekennen sich die Reformierten gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund zum "Wittenberger Zeugnis" und treten der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" bei. Sie gilt als Meilenstein der christlichen Ökumene, in der sich Katholiken und Lutheraner am Reformationstag 1999 darauf einigen konnten, dass sie das Verständnis der Rechtfertigung aus Gottes Gnade durch den Glauben an Christus teilen. Später stimmten auch Methodisten und Anglikaner der Erklärung zu. Luthers Auslegung der Rechtfertigungslehre zum Verhältnis zwischen Gott und Mensch war einer der Auslöser der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert.

31. OKTOBER 2017: Zum 500. Jubiläum des Beginns der Reformation ist der 31. Oktober einmalig ein gesamtdeutscher gesetzlicher Feiertag. Dazu haben die westdeutschen Länder und Berlin, in denen der Reformationstag normalerweise ein regulärer Arbeitstag ist, entsprechende Gesetze oder Verordnungen erlassen. Seit der deutschen Vereinigung 1990 ist der Reformationstag ohnehin gesetzlicher Feiertag in den ostdeutschen Flächenländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Zum eigentlichen 500. Reformationsjubiläum gibt es in der Lutherstadt Wittenberg einen zentralen Gottesdienst sowie einen Festakt mit Vertretern aus Kirchen, Politik und Gesellschaft. Außerdem werden bundesweit regionale Festgottesdienste und Festakte veranstaltet.