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Diakonie erhöht einseitig Gehälter für 4.000 Mitarbeiter

Die Diakonischen Dienste Hannover erhöhen die Gehälter für rund 4.000 Beschäftigte einseitig und freiwillig um insgesamt 2,8 Millionen Euro. Die Unternehmensgruppe mit drei evangelischen Krankenhäusern und verschiedenen sozialen Einrichtungen greift damit einer Einigung in der überregionalen Arbeitsrechtlichen Kommission vor, wie sie am Mittwoch in Hannover mitteilte. Dort waren die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite gescheitert und kamen zum Stillstand. Das Unternehmen sprach von einem "tarifpolitisch bisher einzigartigen Vorstoß".

Dabei sollen die rund 450 Ärzte der Diakonischen Dienste rückwirkend zum 1. Januar 2,9 Prozent mehr Geld erhalten. Das entspricht dem Tarifabschluss zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber von Mitte Januar. Die Entgelte der nichtärztlichen Mitarbeiter werden um 1,6 Prozent erhöht. Das entspricht dem Angebot der Arbeitgeber in den bisherigen gescheiterten Verhandlungen.

Die Diakonischen Dienste Hannover gehören mit insgesamt rund 4.500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 280 Millionen Euro zu den zehn größten diakonischen Betrieben in Deutschland. Sie folgen mit ihrer Initiative einem Vorstoß des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, das seine Entgelte im vergangenen Herbst ebenfalls einseitig ohne die Zustimmung der Mitarbeitervertreter erhöht hatte.

Zwischen den Mitarbeitervertretungen und den Arbeitgebern schwelt zurzeit ein Streit um das kirchliche Arbeitsrecht. Der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland mit Sitz in Berlin begrüßte den Vorstoß aus Hannover.