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Denkmal für Reformatorin Argola von Grumbach geplant

An die Reformatorin Argola von Grumbach (1492-1554) soll in Bayern bald ein Denkmal erinnern. Zur Erinnerung an die streitbare Luther-Anhängerin will die Gemeinde in Lenting (Landkreis Eichstätt), einem Lebensmittelpunkt Argolas, 35.000 Euro aufbringen. Für das geplante Denkmal liegt bereits ein Entwurf vor. Wenn der endgültige Beschluss des Gemeinderats vorliegt, soll das Denkmal 2017 zum 500. Jahrestag der Reformation eingeweiht werden, sagt der Lentinger Bürgermeister Christian Tauer (SPD).

Trotz großer persönlicher Bedrängnis hielt Argola von Grumbach in der Reformationszeit unbeirrt an der Lehre Luthers fest und scheute auch nicht die Auseinandersetzung mit hohen kirchlichen Würdenträgern und Theologie-Professoren. Die hochgebildete Frau wagte sich zu ihrer Zeit völlig ungewöhnlich in eine Männer-Domäne. Um die Reformation zu befördern stand Argola von Grumbach in einem regen Briefwechsel mit Luther, der ihr einen "hohen Geist" bescheinigte und sie als "Werkzeug Christi" bezeichnete.

Argola von Grumbach wird 1492 in die Adelsfamilie der Staufer zu Ernfels hineingeboren, die dem privilegierten Stand der Reichsfreiherren angehörten. Ihr ganzes Leben lang behält Argola den Beinamen "geporene Freiin zu Stauf". Sie lernt schnell lesen und bekommt im Alter von zehn Jahren von ihrem Vater eine auf deutsch geschriebene Bibel zum Geschenk. Die nötige Bildung für ihre theologische Mission erwirbt sie sich ab 1509 als "Hoffräulein" bei Herzogin Kunigunde an der Münchner Residenz. 1516 heiratet Argola den reichsfreien fränkischen Ritter Friedrich von Grumbach, dessen Herrschaftssitz in Lenting war und der seit 1515 vom bayerischen Herzog als "Pfleger" mit der Herrschaft über Dietfurt betraut worden war.

Ihre reformatorischen Aktivitäten, die beim Herzog und den Adels-Kollegen auf vehemente Gegnerschaft stoßen, bringen Argola und ihre Familie immer mehr ins gesellschaftliche Abseits. Diese Isolierung führt zunehmend zu wirtschaftlichen Problemen und Verarmung. Aber auch in persönlicher Bedrängnis bleibt Argola ihrer religiösen Überzeugung treu. Bis 1548 lebt sie in Lenting, ihre letzten, schon von Krankheit gezeichneten Lebensjahre verbringt sie wahrscheinlich auf den fränkischen Gütern der Familie. 1554 stirbt sie im unterfränkischen Zeilitzheim (heute Kreis Schweinfurt), wo sie auch in der evangelischen Pfarrkirche begraben ist.