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Christen im Iran

Schätzungen zufolge leben im Iran 200.000 bis 300.000 Christen, möglicherweise sind es jedoch mehr. Die Schia, eine der beiden Hauptströmungen des Islams, ist im Iran Staatsreligion. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch. Anderen Religionen hängen insgesamt nur rund 0,3 Prozent der Bevölkerung an.

Christen, Juden und Zoroastrier - Anhänger einer alten persischen Religion - erkennt die iranische Verfassung offiziell als religiöse Minderheiten an. Artikel 13 garantiert ihnen, ihren Glauben im Rahmen der iranischen Gesetze frei praktizieren zu können. Religionsfreiheit herrscht im Iran jedoch nicht. Minderheitenreligionen dürfen nicht missionieren, Muslime die Religion nicht wechseln. Richter können den Glaubenswechsel mit dem Tod bestrafen.

In der Praxis werden immer wieder lange Haftstrafen gegen friedliche Christen verhängt. Insbesondere Konvertiten müssen mit Festnahmen und Razzien rechnen.
Im Alltag werden Christen ebenso wie Mitglieder anderer Minderheitenreligionen im Bildungswesen, bei Erbschaftsangelegenheiten und auf dem Arbeitsmarkt häufig benachteiligt - in Abhängigkeit von der Region, mitunter von dem Stadtteil oder auch dem Milieu, in dem sie sich bewegen.