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Bruderkuss bei historischem Kirchengipfel - Papst Franziskus trifft Patriarch Kyrill auf Kuba

Papst Franziskus ist in Havanna mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill zusammengetroffen. Es war das erste Treffen von Oberhäuptern der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche, seitdem sich das Christentum vor rund 1.000 Jahren in einen östlichen und einen westlichen Zweig gespalten hatte.

Zu Beginn der Begegnung in der Präsidentenlounge des Flughafens umarmten sich die beiden Kirchenoberhäupter mit sichtlicher Freude und tauschten einen Bruderkuss. "Wir sind Brüder, endlich", sagte der Papst. "Nun werden die Dinge einfacher", entgegnete Kyrill bei dem auf neutralem Grund auf Kuba organisierten Treffen.

Im Anschluss an das rund zweieinhalbstündige Gespräch im Beisein des Präsidenten des päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, und des Außenbeauftragten des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, wollten der Papst und der Patriarch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Darin sollte es nach Angaben des Leiters der Ostkirchenabteilung des Einheitsrats, Hyacinthe Destivelle, vor allem die gemeinsame Sorge über die Lage der Christen im Nahen Osten gehen. Für den Anschluss waren zwei kurze freie Ansprachen der Kirchenoberhäupter geplant, bevor der Papst weiter nach Mexiko fliegen sollte.

Nach jahrhundertelangem Streit um theologische, politische und kulturelle Fragen hatte sich das Christentum im 11. Jahrhundert in einen östlichen und einen westlichen Zweig gespalten. Die orthodoxe und die römisch-katholische Kirche entwickelten sich weitgehend unabhängig voneinander.