Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Britischer Pfarrer darf wegen Gebetsvorbereitung nicht fliegen

Weil auf seinem Handy ein Gebet vorbereitete, ist einem britischen Pfarrer ein Flug verweigert worden. Wie britische Medien am Freitag berichteten, wollte Pfarrer Olaolu Opebiyi von London-Luton nach Amsterdam fliegen, als Passagiere des Easyjet-Fluges vor dem Start Bedenken gegen ihn anmeldeten. Polizisten führten ihn ab. Weil seine Gebetsgruppe "ISI men" heißt, befürchteten sie wohl einen Zusammenhang mit der Terrororganisation "Islamischer Staat".

"ISI men" steht laut Medienberichten aber für "Iron sharpens iron" (Eisen schärft Eisen) und ist von einem Bibelzitat abgeleitet. Ein Passagier hatte dem Pfarrer einer freikirchlichen Gemeinde im Norden Londons wohl über die Schulter geschaut, als dieser ein Gruppengebet mit dem Chatprogramm WhatsApp vorbereitete. Der Passagier informierte die Besatzung und der nigerianischstämmige Pfarrer wurde daraufhin von der Polizei aus dem Flugzeug eskortiert.

"Dieser Typ kennt mich überhaupt nicht, hat mich aber innerhalb von zwei Minuten verurteilt", sagte Opebiyi dem "Guardian". Selbst wenn er Muslim gewesen wäre, sei es sehr unfair, jemanden so zu behandeln. Bei der Polizei konnte der Pfarrer alle Bedenken gegen ihn ausräumen, musste aber das Passwort seines Handys weitergeben und Fragen zu seiner religiösen Einstellung beantworten. So wurde er gefragt, ob er plane, zu einem anderen Glauben zu konvertieren.

Nach drei Stunden durfte er weiterreisen. Mitreisende, die aus Angst die erste Maschine mit ihm verlassen hatten, weigerten sich nun aber, mit ihm zu fliegen. Die Polizei konnte die Mitreisenden aber beruhigen und der Pfarrer konnte den Flug verspätet antreten.