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Bischof Marx dankt evangelischer Kirche für "Ökumenejahr"

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat das Reformationsjubiläum als "besonderes Ereignis" gewürdigt. Der Münchner Erzbischof sprach am Dienstag in Berlin von einem "Ökumenejahr", das einen Schub für die Beziehungen zwischen evangelischer und katholischer Kirche gegeben habe. Dafür gebühre der evangelischen Kirche ein "herzliches Wort des Dankes".

Zu Beginn der sogenannten Lutherdekade, mit dem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) seit 2008 die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Thesenveröffentlichung Martin Luthers vorbereitet hatte, habe es in seiner Kirche durchaus Befürchtungen gegeben, dass Luther "als Triumphator über die katholische Kirche" erscheinen werde. Das sei nicht passiert. Es habe "kein polemisches Wort" gegeneinander gegeben, sagte Marx.

Das habe einen Schub gegeben, der in die nächsten Jahre weiterwirken werde. Beide Kirchen sähen einen gemeinsamen Auftrag für die Gesellschaft.

Die evangelische Kirche feiert noch bis Ende dieses Monats 500 Jahre Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.