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Bischof Bedford-Strohm forderte flexiblere Flüchtlingspolitik

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm fordert mehr Flexibilität bei der Integration von Flüchtlingen. Menschen, die schon seit Jahren in Deutschland leben und etwa als Fachkräfte gebraucht werden, dürften nicht einfach abgeschoben werden, sagte er am Freitag in München. Solche Flüchtlinge müssten unkompliziert vom Asyl- ins Einwanderungsrecht wechseln dürfen, ohne vorher in ihre Heimat zurückkehren zu müssen. Hier brauche es einen "Spurwechsel".

Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, forderte zudem mehr Offenheit bei den Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete. Ihn erreichten viele Nachrichten, dass Asylbewerber arbeiten wollen, aber nicht dürfen.

Mehr Offenheit fordert der Landesbischof auch beim Thema Familiennachzug. In diesem Punkt herrsche zwischen katholischer und evangelischer Kirche, für die das Thema Familie von zentraler Bedeutung ist, große Übereinstimmung. "Man kann Menschen nicht so lange von ihrer Familie trennen." So müssten unmittelbare Angehörige nach Deutschland kommen dürfen. Die Kinder etwa müssten in Deutschland zur Schule gehen können. Ihre Fähigkeiten kämen später dann Deutschland oder ihren Heimatländern zugute.