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Bischöfin: Nach Bad Aibling nicht das Vertrauen in Gott verlieren

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hat dazu aufgerufen, auch angesichts von Katastrophen wie dem Zugunglück in Bad Aibling nicht das Vertrauen in Gottes Liebe zu verlieren. Sie wisse, dass "dieses Vertrauen zutiefst erschüttert werden kann", sagte sie am Sonntagvormittag im Fernsehgottesdienst zur Eröffnung der evangelischen Fastenaktion "7 Wochen Ohne" im württembergischen Wertheim-Nassig. Sie bitte Gott, dass er bei den Angehörigen, Verletzten, Rettungskräften und Seelsorgenden sein möge.

In der Welt gebe es "vieles, das einem Angst machen kann" wie Kriege, Krisen, gesellschaftliche Herausforderungen und persönliche Nöte, sagte die Regionalbischöfin. Sie selbst trage seit vielen Jahren ein Bibelwort des Apostels Paulus in ihrem Geldbeutel, das sie sich gerade in schwierigen Zeiten immer wieder vorlese: "Ich bin gewiss, dass nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes." Das Zugunglück am Dienstag hatte elf Menschen das Leben gekostet.

Mit Blick auf das das Fasten-Motto "Großes Herz! - Sieben Wochen ohne Enge" ermunterte sie die Gläubigen, dennoch Vertrauen zu fassen und so die Enge des Herzens zu verscheuchen. "Die Frage nach einem großen Herzen ist die Frage nach dem ganzen Mann, der ganzen Frau", sagte sie. Mit einem weiten Herzen könne man sich öffnen für Flüchtlinge ebenso wie für Verwandte und andere Menschen.

In der evangelischen Kirche beteiligen sich inzwischen rund drei Millionen Menschen an der Fasteninitiative "7 Wochen ohne", um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. Die Fastenzeit vor dem Osterfest hat am Aschermittwoch begonnen.

Der Verzicht zum Beispiel auf Fleisch, Wein oder Fernsehen oder das Einüben neuer Verhaltensweisen gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor Ostern nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näherzukommen.