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Bischöfe betrachten Zorneding als Einzelfall

Die katholischen Bischöfe in Bayern sehen im Rücktritt des dunkelhäutigen Pfarrers in Zorneding einen Einzelfall. Den Rückzug nach rassistischen Beschimpfungen und Morddrohungen dürfe man nicht generalisieren und meinen, "so etwas könnte immer passieren", sagte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrstagung in Passau. Drohungen gegen weitere Pfarrer seien nicht bekannt, doch er und die anderen Bischöfe erhielten immer wieder "ekelhafte Mails", sagte Marx, der auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist.

Die Entscheidung des Pfarrers, die Gemeinde zu verlassen, hält Marx für richtig. Es habe sich dabei nicht um eine "spontane Aktion" gehandelt, so Marx. Der Pfarrer und die Gemeinde müssten nun die Chance haben, neu anfangen zu können. Die Kundgebung mit 2.500 Menschen in Zorneding am Mittwochabend begrüßte Marx als ein Zeichen der Solidarität mit dem Pfarrer. Der dunkelhäutige Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende (66) war mehrfach rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht worden. Deshalb hatte er sein Amt niedergelegt und den Ort nahe München verlassen.

Am Donnerstag forderte der Münchner Erzbischof Marx dazu auf, überall "jedem Anflug von Hass entgegen zu treten". Die Gesellschaft sei "nicht gespalten", es gebe aber starke Polarisierungen an den Rändern und "ekelhafte" Diffamierung und Hetze im Internet, sagte er.

Die Bischöfe riefen in ihrer Abschlusserklärung zum respektvollen Dialog auf. "Wir müssen zurückkehren zu einer Debattenkultur, die vom Respekt und Anerkennung des Fremden geprägt ist", sagte Marx.